FUNNY MONEY
A farce by Ray Cooney
Kurier
Theater: Chaos, auf die Spitze getrieben
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Das Stück “Funny Money” von Ray Cooney liefert reichlich Grund für Lachsalven. Schrilles Chaos in Vienna’s English Theatre.
Lachsalven über Verwirrungen und Verwicklungen am laufenden Band. Auslöser ist “Funny Money” (bis 2. 7.) von Ray Cooney über den Fluch des Geldes in Vienna’s English Theatre.
Ein in der U-Bahn vertauschter Aktenkoffer genügt, und Biedermänner werden zu Abenteurern mit krimineller Energie, die sich in immer neuen Lügengeschichten verheddern.
Das vom britischen Boulevardspezialisten mit zwingender Logik konstruierte Chaos führt prompt in die Katastrophe. Cooney treibt im heillosen Durcheinander die Absurditäten immer wieder auf die Spitze. Dass der Wahnsinn in der Regie von David Warwick manchmal schrill, grell und überzeichnet ist, gehört dazu zur Farce rund um Fluchtversuch, Mord, Erpressung, Drogen, Sex …
Herausragend aus dem achtköpfigen Ensemble: Hilary Derrett verwandelt sich von der Hausfrau in ein Nervenbündel und schließlich in eine Schnapsdrossel. Komischer, nervenaufreibender, verrückter sind Komödien selten gewesen.
Werner Rosenberger
27.05.2011
Der neue Merker
Wollte man die Frage stellen, wer derzeit der meist gespielte Autor in Wien ist, müsste die Antwort „Ray Cooney“ lauten. (…) Und nun setzte das Englische Theater „Funny Money“ an. Die Farce stammt aus dem Jahre 1995, aber die Geschichte ist zeitlos. Und das Fabrikat, die unnachahmliche Cooney-Machart, auch.
(…) Dann allerdings setzt der nie endende Einfallsreichtum von Autor Ray Cooney ein, der seinen armen Henry von der einen Lüge in die nächste treibt und dabei immer mehr Personen ins Spiel bringt. Eine Ausrede, Unwahrheit, Verrenkung bedingt die nächste, und bald herrscht nur noch der absurde Possen-Wahnsinn, der so gut unterhält. Zumal Cooney seine Figuren wirklich scharf umreißen und glaubhaft charakterisieren kann.
(…) Dergleichen kann man nur auf Teufel komm’ raus inszenieren, und genau das tut Regisseur David Warwick in dem für brave Durchschnittsbürger am Ende gar zu eleganten Bühnenbild von Terry Parsons, und Jeffrey Harmer als der glücklich / unglückselige Geldkoffer-Finder (er muss ja doch am stärksten zappeln) und Hilary Derrett als seine entzückend zögerliche, so britisch-bürgerliche Frau führen die Besetzung an. Keith Myers und Annie Walker sind das füllige Freundespaar, er ein wahrer und liebenswerter Strick, sie eine Art englischer Maria Happel. Gregory Cox ist ein Erpresser, David Streames ein Chauffeur mit herrlichem Unterschicht-Akzent, David Warwick ein würdiger echter Inspektor, der über das Geschehen, von dem er nichts begreift, nur den Kopf schütteln kann (nein, die Herren sind nicht schwul, sie verstecken nur mit verdächtigem Gebahren gemeinsam den Geldkoffer unter der Decke…), und Nick Sadler schleppt sich gegen Ende noch lallend auf die Bühne.
Übrigens: „Moralisch“ sind solche Farcen nicht. Wie schön: Im wahren Leben dürfte man das Geld wohl nicht behalten. Obwohl man nicht weiß, ob man Henry angesichts der finalen Lösung der heftig beklatschten Geschichte beneiden soll…
Renate Wagner
28.05.2011
Wiener Zeitung
Geld verdirbt den Charakter
(…) Ray Cooneys Farce “Funny Money” ist schlichtweg eine Mordsgaudi. Eine verzweifelte Notlüge jagt die nächste und die Schauspieler haben sichtlich Spaß am Verwechslungsspiel.
Besonders Hilary Derrett als überdrehte – und in späterer Folge beschwipste – Jean Perkins hat die Lacher auf ihrer Seite. David Warwick ist eine spritzige Komödie gelungen, die amüsiert und von der ersten bis zur letzten Sekunde unterhält.
Helene Kurz
27. Mai 2011
Kronenzeitung
Auf der Jagd nach Geld
(…) Ständige Verwechslungen lösen beim Publikum Lachsalven aus. Aber alle nehmen das turbulente, bis an die Grenze des Hysterischen gehende Verwechslungsspiel begeistert auf: Brillant, mit Tempo spielen Hilary Derrett (Jean), Annie Walker (Betty), Jeffrey Harmer (Henry), Keith Myers (Freund Vic), David Streames (der ungeduldige Taxilenker), Gregory Cox (Erpresser Davenport) und Nick Sadler, der den zuletzt auftauchenden Räuber und Drogendealer spielt.
Volkmar Parschalk
27. Mai 2011