LOVE’S A LUXURY
a farce by Guy Paxton and Edward V. Hoile
Kronen Zeitung
Nichts als Irrtümer!
Eine englische Farce der frühen fünfziger Jahre, wie sie im Büchl steht! „Love’s a Luxury” von Guy Paxton und Edward V. Hoile hatte nun in Ron Aldridges frisch-fröhlicher Inszenierung in Vienna’s English Theatre Premiere. Die Portion Humor kommt an!
Die Geschichte ist turbulent, mit Witz gepfeffert: Von seiner Frau fälschlicherweise eines Seitensprungs bezichtigt, flüchtet Charles Pentwick gemeinsam mit seinem Freund Bobby Bentley in ein Cottage in abgeschied er Gegend. Doch kaum dort angekommen, stößt er auf die allzu attraktive Haushälterin Molly und einen schrulligen Naturfreund Mr. Mole. Das Rad der Verwechslungen, Irrtümer, Verdächtigungen, Verkleidungen und Missverständnisse beginnt sich zu drehen. Ein gordischer Knoten.
Unter Aldridges genauer Führung trumpft das Ensemble mit Tempo, Leidenschaft und Witz auf: Michelle Morris, Leslie Lawton, Jack Healy, David Ericsson, Pamela Banks, Matthew Carter, Carla de Wansey und Jean Perkins wissen, wie man Pointen serviert. Sie sorgen dafür, dass man kaum aus dem Lachen kommt. Denn selbst in den abstrusesten Momenten spürt Aldridge das komische Element auf, sorgt für gepfefferten Klamauk und kostet jeden Moment wie ein Gourmet aus.
Riesenerfolg für die Erstaufführung der Boulevardspaß-Fabrikanten Paxton & Hoile und Aldridge.
Florian Kronstetter
Wiener Zeitung
Das englische Lachen
Das English Theatre ist seit langem eine der besten Bühnen Wiens: Handwerkliche Professionalität ohne Zeitgeist-Firlefanz haben die Bühne zunehmend attraktiv gemacht. Auch die heimischen Besucher kommen ob des extrem verständlichen Englisch in “Love’s a Luxury” wieder voll auf ihre Rechnung.
Eine turbulente Verwechslungskomödie rollt bis zur letzten Minute ohne Längen mit großem Tempo, aber doch nachvollziehbar ab. Sie gibt acht Schauspielern die Chance zu brillanten Karikaturen, es wäre ungerecht einen hervorzuheben. Das Publikum kommt ob zielsicher gesetzter Pointen nicht aus dem Lachen heraus.
Kurier
Verwechslungswahnsinn
Vienna ‘s English Theatre : „Love’s A Luxury”
Ein leichter,luftiger Spaß zum Abschied in die Sommerpause: „Love’s A Luxury” von Guy Paxton und Edward V. Hoile – bis 1. 7. im Vienna’s English Theatre – ist kein großartiges Stück, sondern eine ziemlich simpel gestrickte konventionelle englische Boulevard-Komödie.
Aber die hat ihre Qualitäten. Denn die abwegige, zum Teil absurde Story voller überraschender Wendungen und präzis gesetzter Pointen ist durchaus gut für herzhafte Lacher.
Zwei Lügen sind der Ausgangspunkt für eine Serie an Missverständnissen rund um eine grundlos eifersüchtige Ehefrau. Regisseur Ron Aldridge hat die Farce so witzig und temporeich in Szene gesetzt, dass an keiner Stelle Gelegenheit für Langeweile, ja nicht einmal für eine Verschnaufpause bietet.
Umwerfend komisch in der Rolle des leidgeprüften Ehemannes Leslie Lawton, der im English Theatre noch von „There Goes the Bride” in bester Erinnerung ist; verwandlungsfähig Jack Healy, der auch in Frauenkleidern eine gute Figur abgibt. So gerät bei dem turbulenten und amüsanten Versteck-, Verwechslungsund Liebesspiel nach und nach alles völlig außer Kontrolle, inklusive der Lachmuskeln der Zuschauer.
Werner Rosenberger
Der Standard
Spaß nicht auf Sparflamme
Meist verdampft im fuchteligen Aberwitz, mit dem sich Kammerstücke ihrer Staubschicht entledigen, jeglicher Wunsch nach seichtem Bühnenhumor. Insofern ist Ron Aldridges Inszenierung von Love’s a Luxury ein bestechender Gegenbeweis. Auch in dieser Farce gerät das Spießbürgertum, aus den 1950ern und sehr britisch, von amourösen Zwängen getrieben in Verwechslungsturbulenzen. Wenn aber Leslie Lawton als Theaterimpresario Pentwick über die ihm aufgepresste Ehebrecherrolle in Selbstmitleid zerfließt, tut er das herrlich unprätentiös.
Fanatisch verbesserungswillig stehen ihm u. a. sein herzensguter Sohn Dick (Matthew Carter), das kokette Großstadtfräulein Fritzy (Pamela Banks) und sein umtriebiger Dandyfreund Bentley (lack Healy) zur Seite. Die konzentrierten Schauspielleistungen schenken den Figuren den nötigen Schuss Nachvollziehbarkeit. Zugunsten von Situationskomik wird aktionistischer Klamauk in den mimischen Mikrobereich verbannt. Diese Oberfläche überzeugt. Mehr noch, sie unterhält. Ganz einfach.